02.09.2019

Zweimastiges Segelboot im Sturm: Rigg-Vorteile & Wartung

Praxis-Handbuch Zweimaster: Segeltaktik und Pflegeaufwand im Detail

Konstruktionsunterschiede: Ketch, Schoner und Yawl im Detail - Die Wahl für ein Zweimastiges Segelboot fällt meistens aufgrund der Rigg-Aufteilung. Bei der klassischen Ketch überragt der Großmast den achteren Besanmast deutlich. Liegt der Kreuzungspunkt des Ruders hinter diesem zweiten Mast, spricht man evolutionär von einer Yawl. Der Schoner hingegen verkehrt dieses Prinzip: Hier trägt der achtere Mast die größte Segelfläche. Diese baulichen Unterschiede beeinflussen das Verhalten im Seegang fundamental. Während eine Ketch exzellent im Wind liegt, glänzt der Schoner auf raumen Kursen mit enormem Vortrieb.




Handhabung bei Schwerwetter und Sturmtaktik - Auf offenem Meer beweist ein Zweimastiges Segelboot seine wahre Stärke. Sobald Sturmböen das Schiff kränken, entfällt der riskante und kraftraubende Verkleinerungsprozess des Großsegels. Skipper bergen stattdessen einfach das Hauptsegel komplett. Unter der Kombination aus Fock und Besan - dem sogenannten „Ketch-Rigg“ - steuert sich die Yacht extrem stabil und sicher durch die Wellenberge. Die Belastung auf das stehende und laufende Gut verteilt sich harmonisch, was die Bruchgefahr im Vergleich zur hochgetakelten Sloop drastisch minimiert.

Instandhaltung, Materialkunde und Werftkosten - Ein hölzernes oder stählernes Zweimastiges Segelboot verlangt bedingungslose Hingabe bei der Pflege. Korrosion an den Püttingen oder Rott im Masttop führen schnell zu fünfstelligen Sanierungskosten. Moderne Konstruktionen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) mit Aluminiummasten reduzieren diesen Aufwand spürbar. Dennoch bleibt die doppelte Anzahl an Fallen, Winschen und Blöcken ein Kostenfaktor, den Langfahrtsegler bei ihrer Budgetplanung für weltweite Reisen zwingend berücksichtigen müssen.