05.11.2017

Ist ein Spinnenläufer gefährlich? Gefahrenpotenzial für Menschen

Ist ein Spinnenläufer gefährlich? Anatomische Fakten zur Giftigkeit

Pfeilschnell flitzen fünfzehn lange Beinpaare nachts über kalte Badezimmerfliesen. Panische Angst löst dieser bizarre Anblick bei vielen Immobilienbesitzern schlagartig aus. Sofort brennt Betroffenen die fundamentale Frage unter den Nägeln: Ist ein Spinnenläufer gefährlich? Biologisch betrachtet entpuppt sich der mediterrane Hundertfüßer (Scutigera coleoptrata) für den Menschen als vollkommen harmlos.

Zwar besitzt dieser flinke Gliederfüßer Giftdrüsen, doch nutzt er das lähmende Sekret ausschließlich zur Jagd auf lästige Hausschädlinge wie Silberfischchen oder Kakerlaken. Die winzigen Beißwerkzeuge, fachsprachlich Kieferfüße genannt, können die dicke menschliche Hautoberfläche anatomisch im Normalfall überhaupt nicht durchdringen. Ausschließlich bei massiver Bedrohung oder starkem manuellem Druck verteidigt sich ein großes Exemplar ganz selten durch einen Biss. Ein solcher Abwehrbiss schmerzt ähnlich wie ein leichter Wespenstich, klingt jedoch ohne bleibende Gewebeschäden rasch ab.

Für Haustiere wie Hunde oder Katzen besteht ebenfalls keine akute Vergiftungsgefahr. Statt unbegründeter Abscheu verdient der nachtaktive Exot Anerkennung als hochaktiver, natürlicher Schädlingsbekämpfer in den eigenen vier Wänden.