11.02.2015

Faszination Natur: Warum Schmetterlingsblütengewächse so wichtig für unseren Garten sind

Die Pflanzenwelt hält unzählige Wunder für uns bereit, doch eine Familie sticht durch ihre biologische Genialität besonders hervor. Wenn Gärtner und Botaniker über nachhaltige Landwirtschaft sprechen, fällt fast immer ein bestimmter Begriff: Schmetterlingsblütengewächse. Diese Pflanzengruppe, wissenschaftlich als Faboideae bekannt, ist weit mehr als nur eine Augenweide für Insekten. Sie gehören zu den wichtigsten Nutzpflanzen unseres Planeten. Die Familie der Schmetterlingsblütengewächse umfasst weltweit tausende Arten, die eine Schlüsselrolle im ökologischen Kreislauf spielen. Wer sich intensiv mit Botanik beschäftigt, merkt schnell, wie vielseitig diese Gewächse sind. Um zu verstehen, warum heimische Schmetterlingsblütengewächse so einzigartig sind, muss man ihren Aufbau und ihren Nutzen für den Boden genauer betrachten. Sie sind wahre Überlebenskünstler, die unseren Gartenboden auf natürliche Weise mit wertvollen Nährstoffen anreichern.


Was sind Schmetterlingsblütler ?

Bevor wir in die Details gehen, klären wir die biologische Grundlage: Was sind Schmetterlingsblütler? Es handelt sich hierbei um eine große Unterfamilie innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Das absolute Alleinstellungsmerkmal dieser Gewächse ist ihre Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien an den Wurzeln. Diese Bakterien sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und an die Pflanze weiterzugeben. Im Gegenzug erhält das Schmetterlingsblütengewächs lebenswichtige Kohlenhydrate. Stirbt die Pflanze ab, verbleibt der Stickstoff im Boden und dient nachfolgenden Kulturen als natürlicher Dünger.

Wie erkennt man Schmetterlingsblütler ?

Die Natur hat diese Pflanzen mit einer ganz besonderen Optik ausgestattet. Wie erkennt man Schmetterlingsblütler? Der Name ist hier Programm, denn die Blüten erinnern stark an die Flügel eines Schmetterlings. Jede Blüte setzt sich aus fünf Kronblättern zusammen: Das obere, oft auffällig große Blatt nennt man „Fahne“. Die beiden seitlichen Blätter bilden die „Flügel“, und die beiden unteren Blätter sind zum sogenannten „Schiffchen“ verwachsen. In diesem Schiffchen liegen gut geschützt die Staubblätter und der Stempel, die meist nur von schweren Insekten wie Hummeln zur Bestäubung erreicht werden können. Jedes typische Schmetterlingsblütengewächs bildet nach der Blüte die charakteristischen Hülsenfrüchte aus.

Was gehört zu den Schmetterlingsblütengewächsen ?

Die Vielfalt in dieser Familie ist beeindruckend. Was gehört zu den Schmetterlingsblütengewächsen? Zu den bekanntesten Vertretern in unseren Küchen und Gärten zählen Nutzpflanzen wie Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Erdnüsse. Auch Futterpflanzen für die Landwirtschaft, wie der proteinreiche Klee oder die Luzerne, sind klassische Schmetterlingsblütengewächse. Sogar imposante Bäume und Sträucher wie der Blauregen (Wisteria) oder die Robinie gehören zu dieser weit verzweigten botanischen Familie.

Welche Kräuter sind Schmetterlingsblütler ?

Auch in der Naturheilkunde und im Kräutergarten finden wir diese Familie wieder. Welche Kräuter sind Schmetterlingsblütler? Ein bekanntes Beispiel ist der Steinklee, der wegen seiner sekundären Pflanzenstoffe geschätzt wird. Auch der Bockshornklee, dessen Samen intensiv duften und in der Küche als Gewürz dienen, gehört dazu. Ebenso zählt der Süßholzstrauch, aus dessen Wurzeln die echte Lakritze gewonnen wird, biologisch zu dieser Gruppe. Wenn Sie also das nächste Mal durch Ihren Garten gehen, halten Sie Ausschau nach der typischen Blütenform – Sie werden überrascht sein, wie oft Ihnen ein Schmetterlingsblütengewächs begegnet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen