28.10.2015

Unerwarteter Gast: Ist das Raubtier Spinnenläufer giftig? Alles über Gefahren und Bisse

Wenn ein blitzschnelles, vielbeiniges Wesen über den Badezimmerboden huscht, ist der Schreck erst einmal groß. Viele Menschen ekeln sich vor dem flinken Gliederfüßer und fragen sich sofort besorgt: Ist dieses skurrile Raubtier Spinnenläufer giftig? Der erste Impuls ist oft, den Staubsauger zu holen. Doch bevor Sie in Panik geraten, lohnt sich ein genauerer Blick auf diesen faszinierenden Jäger. Der Hundertfüßer, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, breitet sich durch den Klimawandel auch in Deutschland immer weiter aus. Als hocheffizientes Raubtier jagt der Spinnenläufer giftig und präzise andere Insekten, was ihn im Grunde zu einem nützlichen Mitbewohner macht. Dennoch bleibt die Angst vor einem potenziellen Biss und den gesundheitlichen Folgen bestehen. Um die Frage, ob das heimische Raubtier Spinnenläufer giftig für uns ist, fundiert zu beantworten, müssen wir sein Verhalten und seine Jagdwaffen genauer betrachten.


Sind Spinnenläufer gefährlich für Menschen ?

Die wichtigste Entwarnung vorweg: Sind Spinnenläufer gefährlich für Menschen? Nein, im Normalfall absolut nicht. Obwohl das Tier optisch wie ein kleiner Albtraum wirkt, ist es von Natur aus extrem scheu. Es sieht den Menschen nicht als Beute, sondern als riesigen Feind und ergreift bei der kleinsten Erschütterung sofort die Flucht. Zu einem physischen Kontakt kommt es meist nur, wenn man das Tier versehentlich einquetscht – etwa beim Anziehen von Schuhen, in denen es sich versteckt hat, oder wenn man versucht, es mit der bloßen Hand zu fangen. Selbst wenn das flinke Raubtier Spinnenläufer giftig auf seine Umwelt wirkt, ist seine Angriffslust gegenüber Säugetieren gleich null.


Warum Spinnenläufer in der Wohnung ?

Wer die Tierchen bei sich entdeckt, stellt sich unweigerlich die Frage: Warum Spinnenläufer in der Wohnung? Die Antwort liegt in ihren Lebensgewohnheiten. Diese Jäger lieben es warm, dunkel und feucht. Deshalb sind Badezimmer, Keller, Waschküchen oder Altbauten mit hoher Luftfeuchtigkeit ihre absoluten Lieblingsorte. Ein weiterer, entscheidender Grund ist das Nahrungsangebot. Wenn Sie dieses Raubtier, den Spinnenläufer, giftig lauernd in Ihren Wänden finden, bedeutet das meist, dass es dort reichlich Futter gibt. Sie ernähren sich von Kakerlaken, Silberfischen, Fliegen, Motten und Spinnen. Sie fungieren also als biologische Schädlingsbekämpfer. Haben Sie keine Insekten im Haus, zieht der Spinnenläufer meist von alleine weiter.


Sind Spinnenläufer giftig ?

Kommen wir zum Kern der biologischen Debatte: Sind Spinnenläufer giftig ? Ja, aus rein wissenschaftlicher Sicht besitzen sie Giftdrüsen. Ihre vorderen Gliedmaßen sind zu sogenannten Giftklauen (Maxillipeden) umgewandelt. Mit diesen Werkzeugen betäubt das Raubtier Spinnenläufer giftig und extrem schnell seine Beute, um sie danach zu fressen. Für den Menschen ist dieses Gift jedoch weitgehend harmlos. Hinzu kommt ein rein mechanisches Problem für den Hundertfüßer: Die Beißwerkzeuge sind in der Regel viel zu schwach, um die dicke menschliche Haut zu durchdringen. Nur an sehr dünnen Hautstellen oder bei besonders großen Exemplaren kann ein Biss überhaupt gelingen.

Wie sehen Bisse von Spinnenläufer aus ?

Sollte es doch einmal zu einer Verteidigung kommen: Wie sehen Bisse von Spinnenläufer aus? Wenn das Tier zubeißt, ähnelt die Hautreaktion stark einem leichten Wespen- oder Bienenstich. Es entsteht eine kleine, lokale Rötung, die von einer leichten Schwellung und einem brennenden oder juckenden Gefühl begleitet wird. Bei gesunden Erwachsenen klingen diese Symptome nach wenigen Stunden von alleine ab. Gefährlich wird es nur dann, wenn eine seltene allergische Reaktion auf das Gift vorliegt oder wenn sich die winzige Wunde durch nachträgliches Kratzen entzündet. Kühlen und ein kühlendes Antihistamin-Gel reichen als Behandlung völlig aus. Das Wissen, dass dieses Raubtier Spinnenläufer giftig jagen kann, sollte uns also eher Respekt als nackte Angst einflößen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Exot ein faszinierendes Nutztier ist. Statt ihn zu töten, fangen Sie ihn am besten mit einem Glas und setzen ihn im Garten aus – dort kann er ungestört weiterjagen.